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Universität Heidelberg - Universitätsbibliothek - Informationszentrum Altstadt (IZA) und Multimediazentrum (MMZ)
  

Bild: Außenansicht

Bild: Multimediazentrum

Bild: Informationszentrum Altstadt

Bild: Lesesaal, historischer Zustand 1905

Bild

Fotos:
Atelier Dirk Altenkirch, Karlsruhe

  

Beschreibung 

1396 erstmals in den Quellen erwähnt, ist die Heidelberger Universitätsbibliothek die älteste Deutschlands. 1905 ist nach den Plänen des badischen Architekten und Baumeisters Josef Durm der Bibliotheksbau seiner Bestimmung übergeben worden. Bald nach seiner Eröffnung ist er zu einem Zentrum wissenschaftlichen Arbeitens an der Universität herangewachsen. Hinter der prächtigen Sandsteinfassade empfängt die Universitätsbibliothek ihre Besucher mit einem Ensemble repräsentativer Räume. Während seiner Nutzungsgeschichte gibt es mehrere Phasen der Neustrukturierung, um mehr Flächen zu gewinnen. Ursprünglich auf acht Bibliothekare und 800 Studenten angelegt, wachsen mit der Universität die Anforderungen an das Gebäude. Vor allem der prunkvolle Lesesaal ist nach dem 2. Weltkrieg während zweier großer Umbauphasen völlig verändert worden. Der alte Saal ist abgebrochen, eine Zwischendecke ist eingebaut (1950er Jahre) und in den beiden neu geschaffenen, übereinander liegenden Räumen sind zusätzlich Stahlemporen (1980er Jahre) eingezogen worden.

2009 sind große Flächen in unmittelbarer Nachbarliegenschaft, im sogenannten "Triplex-Gebäude", einem Bau der 1970er Jahre, frei geworden. Hier kann sich die Universitätsbibliothek 2015, nach einer Gesamtsanierung, großzügig erweitern. Dies ermöglicht die einmalige Chance, dem inzwischen weiter gewachsenen Nutzungsdruck ein Ventil zu verschaffen und eine umfassende Neustrukturierung auch im Altbau vorzunehmen. Darüber hinaus ergeben sich umfangreiche Sanierungserfordernisse zur Behebung baulicher, vor allem brandschutztechnischer Mängel im Gebäude. Beim 4. Sanierungsabschnitt handelt es sich um die Fortführung der Brandschutzsanierungen, die seit 2008 umgesetzt werden.

Für den Altbau ist eine "typologischen Rekonstruktion" entwickelt worden: Das ursprüngliche Raumgefüge soll wieder das Traggerüst werden. Stahlgalerien, die überflüssig geworden sind und zudem dem Brandschutz unlösbare Probleme bereiten, werden rückgebaut. Weiterhin sind ein Magazingeschoss, Treppenhäuser und Flure brandschutztechnisch auf Stand gebracht. Die beiden Großräume im Südflügel des Bibliotheksgebäudes mit jeweils rund 320 m² Nutzfläche werden als zentrale Anlaufstellen genutzt. Der ehemalige Lesesaal im Erdgeschoss mit modern interpretierten raumhohen Regalwänden in Eiche an den Stirnseiten ist ein Verweis auf die Vergangenheit. Der Saal im Obergeschoss erhält umlaufend eine Verkleidung mit neuen zurückhaltenden Werkstoffen. Die verbindende Klammer für beide Säle ist die neue zweigeschossige Fassade. Von außen ist diese in Sandstein gefasst und unterstreicht die Arrondierung des historischen Innenhofs. Auf der Innenseite bestimmen raumhohe Eichenfenster den Raum und inszenieren den Blick nach Norden in den historischen Innenhof.

Das Informationszentrum im Erdgeschoss ist die erste Anlaufstelle der Universitätsbibliothek. Hier beraten die Heidelberger Bibliothekare Erstsemester und Prüflinge, Wissenschaftler aus aller Welt und stehen Bürgern der Stadt und Region mit bibliothekarischem Rat zur Seite. Das Multimediazentrum im 1. Obergeschoss bietet rund hundert Plätze für das wissenschaftliche Arbeiten an modern ausgestatteten PCs. Sonderleseplätze mit Universal Readerprintern, Auflichtscannern und weiteren Scanstationen ermöglichen die Herstellung verschiedener digitaler Formate von Mikroformen, Diapositiven und Tonträgern. Unter den beiden neuen Sälen, im Sockelgeschoss, das sich ebenerdig zum Innenhof öffnet, sind in den alten wölben attraktive Flächen für die Pausenzeiten realisiert worden. Dieser Bereich kann auch für größere Veranstaltungen verwendet werden. Die Universitätsbibliothek Heidelberg ist nicht nur die älteste, sondern auch eine der renommiertesten Deutschlands. 2018 zählte sie 2,6 Millionen Besucher und gehört damit zu den bestgenutzten Bibliotheken. Der neu eröffnete Südflügel mit den frisch renovierten Sälen wird die Anziehungskraft der Universitätsbibliothek noch einmal verstärken.


Projektdaten
  

Bauherr, Projektentwicklung und Projektleitung:
Land Baden-Württemberg vertreten durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Mannheim und Heidelberg

Projektlentwicklung / Projektleitung
Vermögen und Bau Baden-Württemberg Amt Mannheim und Heidelberg

Architekt:
SSV Architekten, Heidelberg

Außenanlagen:
ap88 - Architekten Partnerschaft mbH, Heidelberg

Tragwerksplanung:
Ingenieurgruppe Bauen, Mannheim

Bauphysik:
v. Rekowski & Partner, Weinheim

Technische Ausrüstung
HLS: Kofler Energies IG mbH, Heidelberg
Elektrotechnik: IB Gehrig, Haßmersheim-Hochhausen

Sicherheits- u. Gesundheitsschutzkoordinator:
Klinger & Partner,
Stuttgart

Gesamtbaukosten:
6,0 Mio. Euro

Bauzeit:
09/2016 bis voraussichtlich 04/2019

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